Abschlusslehrfahrt der 3 HS nach Београд
Belgrad, Београд, Griechisch Weißenburg, also Serbiens Hauptstadt, war das Ziel der dreitägigen Abschlusslehrfahrt. Mit zwei Dolmetscherinnen in der Gruppe, nämlich der Klassensprecherin Tanja und Frau L. Jankovič, einer Schulangestellten, waren alle ziemlich zuversichtlich, dass keine/r verloren gehen würde. Um sich zu orientieren und die Straßennamen zu entziffern, muss man nämlich das Kyrillische beherrschen.
Am Zusammenfluss von Donau und Save liegt die oft umkämpfte Stadt. Zentraler Ort ist der Kalemegdan, eine große Verteidigungsanlage, an der Jahrhunderte gebaut wurde. Heute gleicht sie eher einer riesigen Parkanlage mit historischen Bauten, Ruinen, Museen (Festungs- oder Militärmuseum), Kirchen (Ružica- und Petkakirche), Cafés und sogar einem Tiergarten. Vom Burgberg aus hatten wir immer wieder einen wunderbaren Blick auf die beiden Flüsse Donau und Save. Südöstlich vom Kalemegdan erstreckt sich die Altstadt mit Fußgängerzone und Sehenswürdigkeiten wie dem Patriarchensitz der serbisch-orthodoxen Kirche samt gegenüberliegender Michaelskathedrale, dem Gasthaus zum Fragezeichen, dem Palast der Fürstin Ljubica, einer Synagoge, der Fahnen- oder Bajraklimoschee. Von den vielen orthodoxen Kirchen beeindruckten stark die in der Zwischenkriegszeit im byzantinischen Stil errichtete Markuskirche und die Kirche des Heiligen Sava - 1935 begann man sie zu erbauen, konnte sie aber erst nach der deutschen Besatzungszeit und der anschließenden Herrschaft des Kommunismus ab 1985 weiterbauen. Im Inneren ist sie heute weitgehend ein Rohbau. Dies und noch viel mehr wurde ausgiebig besichtigt.
Nach zwei Tagen Stadtwanderung bei sehr sommerlichen Temperaturen fuhr die Gruppe nach Zemun, einem Stadtbezirk von Belgrad, der unter dem Namen Semlin (dt.) oder Zimony (ung.) bis 1918 zur Österreichisch-Ungarischen Monarchie gehörte.
In diesem Vorort hatten wir aufgrund des architektonischen Gepräges den Eindruck, uns in einem anmutigen burgenländischen Dörfchen zu befinden. Unermüdliche erklommen noch den Sibinjanin-Janko-Turm [nach Johann-Hunyadi benannt - er wehrte die Türkenbelagerung Belgrads 1456 erfolgreich ab] und besichtigten den Zemunsko groblje, den Ortsfriedhof, der Aufschluss über die frühere Bevölkerungsvielfalt von Zemun gab. Erschöpfte gaben sich währenddessen in einem schattigen Gastgarten an der Donau dem Urlaubsfeeling hin. Nach einem Zwischenstopp in einem modernen Einkaufszentrum - man muss ja schließlich das Angebot vergleichen - ging es am Abend wieder "stromaufwärts".
Textbeitrag: Mag. Edith Suryanto, Mag. Johannes Kalwoda


