Die Matura naht ....

"Einsturzgefahr" in Wiener Schule

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Maturastreich: SchülerInnen verhängen den Ausnahmezustand

Wien. Die SchülerInnen und LehrerInnen des Caritas Ausbildungszentrums staunten nicht schlecht, als sie am Freitagmorgen, dem 30. April 2010, die Seegasse betraten und ihren gewohnten, eher unscheinbaren Altbau, welchen sie als Schule bezeichnen, in einem Spiel aus den verschiedensten Farben vorfanden. Rund um den Schuleingang waren Schilder angebracht, mit Aufschriften wie "Achtung: Einsturzgefahr" und "Baustelle: Betreten auf eigene Gefahr".

Was ist passiert? Die Schülerinnen der 5 HS inszenierten in ihrer Freude über den erfolgreichen Abschluss der 5. Klasse noch vor der Reifeprüfung einen sogenannten "Maturastreich". Ob mit dem Symbol "Baustelle" auf das altehrwürdige Schulhaus gezielt wurde oder ob vielleicht die SchülerInnen darauf hinweisen wollten, dass nach der Absolvierung der Schule ihre Arbeit noch lange nicht zu Ende ist, ist nicht restlos geklärt. Bis die "Renovierungsarbeiten" beendet waren, wurden LehrerInnen und SchülerInnen mit gereimten Versen auf musikalischer Basis unterhalten. Ein Aufatmen ging durch die wartende Menge, als endlich das Schultor geöffnet wurde. Aber es gab neue Hindernisse, die es zu bewältigen galt. Dutzende Absperrbänder, Luftballone, Luftschlangen und hunderte Zigarettenschachteln erschwerten den flüssigen Aufstieg im Treppenhaus, während unzählige ironische Sprüche und kecke Plakate die Wände zierten und den Vorübergehenden ins Gesicht lachten. Als wäre das noch nicht genug, fielen die Verantwortlichen dieses Chaoses den halben Vormittag lang immer wieder in die von SchülerInnen benützten Hörsäle ein, um die bereits stark beanspruchten Nerven der LehrerInnen noch weiter zu strapazieren.

Zum gemütlichen Ausklang des Tages wurde anschließend eine kleine Grillfeier im Schulhof veranstaltet und auf das letzte gemeinsame Jahr angestoßen. Verköstigt wurden die ausgehungerten MaturantInnen von einem eigens angeheuerten  Haubenkoch und Grillmeister, dessen schmackhafte und saftige Würstchen niemanden kalt ließen. Nach einer herzzerreißenden Rede der Klassenvorständin verließen die SchülerInnen der 5 HS mit Tränen in den Augen um halb drei Uhr die Schule, im Bewusstsein, dass der letzte Schultag auch ein Anfang ist.

Textbeitrag: Johannes Heilmann

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